Erfahrunsbericht von René Brauer
MUDIRO (Teil 3) 14. August bis 13. September 2025
Ein weiteres Mal „nach Hause kommen“ – diesmal im namibischen Winter –
Nach 2023 und 2024 darf ich nun in der „kalten“, kargen und trockenen Jahreszeit August/September das Projekt MUDIRO als Physiotherapeut unterstützen.
Schon bei der Ankunft in Windhuk sind wir ein „Quartett“. Per Zufall passt es, dass wir mit zwei Deutschen und zwei Schweizern die nächsten vier Wochen gemeinsam das Team von MUDIRO ergänzen:
Wir, das sind:
Dr. Valeria (Onkologin und Hämatologin, Schweiz)
Dr. Robert (Gynäkologe, Schweiz)
Niklas (Lehrer, Deutschland) und ich.
Zusammen machen wir uns per Auto die 913km auf den Weg nach Andara, in den Nordosten Namibias am Okavango.
Nach ca. 600km wird es still im Auto, denn ab hier beginnt das eigentliche Afrika: weg vom normalen Tourismus, weg vom Farmland, weg von jeglicher Art von Zivilisation, hin zu einfachen Hütten, Kühen und Eseln auf der Straße, Frauen und Kindern mit Kanistern auf den Köpfen aber….
…..auch hin zu vielen weißen Zähnen in dunkeln, lächelnden freundlichen Gesichtern voller Hoffnung. Für meine drei Mitreisenden ein Erlebnis, das sie einfach sprachlos werden lässt.
In Andara angekommen ist der Empfang so, als ob ich nie weg gewesen wäre: Barbara Müller, die Gründerin und Seele des MUDIRO Projektes gibt uns allen vieren ein warmes Willkommens-Gefühl; Hermann, der Mann für alle Fälle, die 3 Hausgänse, die 4 Enten, Huhn und Hahn begrüßen uns überschwänglich.
Während sich Niklas in der Schule dann mit den Schülern um Themen wie Verhütung und Sport/Spiel kümmert, Dr. Valeria und Dr. Robert mit den heimischen Ärzten Ultraschalldiagnostik im Hospital trainieren, warten auf mich wie immer unzählige kleine und große Patienten: welche, die ich aus den letzten Jahren schon kenne, aber auch die, die sich mir neu anvertrauen. Erneut ist es eine spannende Herausforderung mit den doch sehr begrenzten Mitteln und Möglichkeiten vor Ort. Aber es fühlt sich an, als ob ich direkt wieder „zu Hause“ wäre.
Auch die Tage mit der mobilen Klinik im Busch und meinem Behandlungszelt im Sand bereichern mein Leben erneut – allein durch die Geduld und Dankbarkeit der Menschen dort, trotz ihres einfachen Lebens.
An den Wochenenden durfte ich diesmal mit unserem „Quartett“ an einer wunderbaren Erlebnisreise nach Botswana tief ins Okavango-Delta teilnehmen: Zu Fuß und mit einfachen Holzboten (Mokoros) bestaunen wir die Natur mit ihren traumhaften Sonnenauf- und -untergängen und erleben wild-live hautnah.
Danke Barbara für diese außergewöhnlichen, unvergesslichen Momente.
Hätte ich einen Wunsch für meine Arbeit bei MUDIRO frei, wäre es der, dass ein Physiotherapeut in dieser Gegend dauerhaft angestellt wäre, um den doch ständigen Bedarf an physiotherapeutischer Unterstützung besser zu decken. So könnten wir mit unserem zeitlich begrenzten Einsatz drei bis vier Mal im Jahr noch viel mehr bewirken, die therapeutische Struktur verbessern und der Hoffnung auf ein stabileres Gesundheits-system Nahrung schenken.
Danke für die erneute Möglichkeit, mein privates und berufliches Leben durch die Arbeit und Freizeit bei MUDIRO zu bereichern.
Ich komme wieder in mein „zweites Zuhause“!
–René Brauer, Physiotherapeut